Unterwasserfotografie

unterwasserfotografie

Ein Tipp vorweg. Egal ob Gehäuse oder Beutel. Am besten alles vorher mal im trockenen testen. Bei einem Unterwasserbeutel besonders empfehlenswert, da durch den Beutel hindurch die Knöpfe gedrückt werden müssen, was für jemanden, der das noch nie gemacht hat, etwas ungewohnt ist.

 

Einstellungen

Am besten nimmt man die Einstellungen so weit wie möglich vor dem Tauchgang vor. Wenn die Kamera dies unterstützt, unbedingt auf das RAW Format umstellen. Dies ermöglicht eine bessere Nachbearbeitung der Bilder. Ist ein LCD Monitor vorhanden sollte seine Standbyzeit konfiguriert werden, so das er nicht permanent an ist. Das spart Strom/Akku.

  1. Akku geladen
  2. Speicherkarte leer
  3. Voreinstellungen getroffen
  4. Einschalten

Licht

Das maximale Licht für Unterwasserfotografie hat man theoretisch etwa zwischen 12 und 14 Uhr, da die Sonne um diese Tageszeit nahezu senkrecht auf das Wasser scheint und man so das bestmögliche Tageslicht hat. Allerdings ist ein starkes Licht direkt senkrecht von oben nicht vorteilhaft für die Beleuchtung der Fotos. Am besten ist ein leicht schräger Sonnenstand. Wichtig ist auch zu versuchen, z.B. die Fische immer aus der Richtung zu fotografieren von der sie beleuchet werden, also mit der Sonne im Rücken.

Unterwasser Blitzen

Um so tiefer getaucht wird, umso weniger Licht gibt es. Wer also plant über 5 Meter tief oder in Höhlen zu tauchen sollte sich die Anschaffung eines Blitzes Überlegen. Wird der Blitz über der Kamera angebracht oder interne Blitz verwendet, besteht die Gefahr das Schwebeteilchen (Dreck usw. im Wasser) reflektiert werden und man eine Art "Schneesturm" auf dem Bild hat. Dies kann mit einem externen Blitz vermieden werden. Allerdings nur wenn Sie diesen so weit entfernt wie möglich von der Kamera anbringen. Es gibt dafür spezielle Halterungen an der Kamera und Blitz angebracht werden können. Sogenannte Amphibienblitzgeräte/Blitzarme/Schwenkarme.

Intern

Interne Blitze haben meist nicht soviel Leistung wie ein externer Blitz und könnten eventuell durch das Gehäuse abgeschattet werden. Außerdem tritt beim Blitzen mit internen Blitzen oft das Problem auf das man die "Schwebeteilchen" im Wasser mit anblitzt und dann eine Art Schneesturm im Bild hat. Lösung für dieses Problem ist ein externer Blitz mit deinem Diffusor.

Extern

Externe Blitze haben viel mehr Leistung als ein Interner Blitz, passen aber nicht ohne weiteres in jedes Gehäuse. Es muss vorher geprüft werden ob der Blitz in das Gehäuse des Herstellers passt. Die großen Ewa-Marine Beutel für Spiegelreflexkameras haben meist Platz für externe Aufsteckblitze. Ob Platz für einen Blitz vorgesehen ist erkennt man meist an der Höhe der Tasche oder an einer Einbuchtung. Leistungsfähige Aufsteckblitze von Metz, Canon oder Nikon gibt es meist nur für Spiegelreflex Kameras.

Nikon COOLPIX

Licht und Lampen

Professionelle Unterwasserfotografen und vor allem Unterwasserfilmer benutzen oft eine Unterwasserlampe. Unterwasserlampen gehören für Profitaucher sowieso zur Ausrüstung da es in der Tiefe doch recht dunkel sein kann. Über solche professionellen Lösungen informiert man sich besser in einem Tauchshop.

 

Weißabgleich

Einige Kameramodelle besitzen spezielle Motivprogramme für die Unterwasserfotografie. Die Nikon COOLPIX Modelle verfügen von Haus aus über ein Motivprogramm "Unterwasser". Ist kein solches Motivprogramm vorhanden, so muss der Weißabgleich manuell justiert werden. Die Weißabgleich Einstellung ist jedoch von der Tiefe und der Klarheit des Wassers abhängig, was ein ständiges nachjustieren erfordert. Für Amateure und Anfänger ist es empfehlenswert im RAW-Format (nicht im JPEG) zu fotografieren und die Farbstiche per Bildbearbeitung zu entfernen.

Lichtverhältnisse Unterwasser

Farbe Unterwasser

Unterwasser verhält sich das Licht anders als an Land, da es durch das Wasser anders gebrochen wird. Durch hauptsächliche Absorption von Infrarot und Rot bekommen die Bilder ohne Weißabgleich oder Farbfilter, einen blau/grünlichen Farbstich.

Beispiel

Fisch im RAW Format, zu hellOriginalaufnahme im Rawformat
Kontrast korrigiert, typischer Blaustich
Blaustich durch Bildbearbeitung korrigiert
Lichtabsorption unter Wasser (Angaben schwanken je nach Wasserart)
Tiefe Farbe
Über 50 Meter Blau
1 Meter Infrarot
5 Meter Rot
10 - 15 Meter Orange
20 - 30 Meter Gelb
40 - 50 Meter Grün
Das Lichtspektrum

Wie Ihr eure Unterwasserbilder bearbeiten könnt erfahrt ihr in unserer Tutorialserie:

2. Objektive

Unterwasserfotografen bevorzugen meist Normal- oder Weitwinkelobjektive. Generell sollte es vermieden werden Teleobjektive zu verwenden, da man sehr weit weg muss und dadurch viel mehr Wasser zwischen der Kamera und dem Objekt hat. Dadurch ist die Chance das die Bilder unscharf oder flau werden um ein vielfaches höher. Sie können ihre Objektive Unterwasser nicht wechseln!

Beim Kauf sollten folgende Punkte beachtet werden. Ein sehr wichtiger Punkt bei der Objektivwahl ist die Nahstellgreze und ob sich das Objektiv beim Zoomen/Scharfstellen in der Größe verändert. Stellen sie sich vor, sie möchten Unterwasser zoomen oder Scharfstellen und merken dann, das sich das Objektiv ausfahren will und nicht genug Platz hat bzw. anstößt. Dieses Problem tritt eigentlich nur bei Unterwasserbeuteln auf. Unterwassergehäuse sind genau auf die jeweilige Kamera zugeschnitten. Sollte also noch kein Objektiv vorhanden sein ist es ratsam eins zu kaufen, welches beim Zoomen und Scharfstellen nicht ausfährt. Auch die Nahgrenze ist zu beachten, wenn man plant Motive sehr nah zu fotografieren.

Brennweite

Es empfehlen sich Weitwinkel oder Normalobjektive ab 35 mm. Wieso? Ganz einfach, umso kleiner die mm Zahl umso mehr Fläche kann abgebildet werden, außerdem benötigt man für große Brennweiten (große mm Zahl) mehr Licht und Unterwasser sind die Lichtverhältnisse ja sowieso schon schlecht.

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Entfernung und Größe

Wasser hat eine höhere Brechzahl als Luft und zusätzlich befindet sich die Linse hinter einer Glasscheibe. Das bedeutet, dass Objekte Unterwasser etwas größer abgebildet werden, als sie es tatsächlich sind (etwa 1/3 bis 1/4 größer als normal). Generell ist das nicht weiter störend. Wer dies jedoch ausgleichen will, muss sich ein passendes Domeglas (engl. Domeport) besorgen.

Es ist empfehlenswert immer so nah wie möglich an das Motiv heranzuschwimmen, da das Wasser immer Teilchen aller Art enthält und diese bei hohem Abstand das Bild trüb aussehen lassen können.

Bücher zur Unterwasserfotografie

Ich kann auf meiner kleinen Seite leider nicht das komplette Thema mit allen seinen Tiefen behandeln. Wer sich intensiv für das Thema interessiert, sollte sich überlegen eines der folgenden Bücher zu lesen.

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